Seit Monaten kursieren die ersten Gerüchte um einen möglichen Tablet Mac von Apple. Seit letztem Herbst verdichten sich diese Gerüchte zunehmend und an Weihnachten 2009 begann ein regelrechter Endspurt. Spätestens als bekannt wurde, dass Apple für Ende Januar ein Kongresszentrum in San Francisco gemietet hat, waren Medien und Fans nicht mehr zu halten. Die Gerüchtelage scheint eindeutig: Apple wird am 27. Januar 2010 ein Tablet vorstellen. Wenngleich ein sehr großer Kreis an Menschen offenbar den Verkaufsstart gar nicht erwarten kann, gibt es auch Kritiker die von Hype abgeschreckt werden und sich fragen: “Was soll ich eigentlich mit einem solchen Tablet? Wozu die ganze Aufregung?”.
Wir wollen versuchen aufzuzeigen warum ein solches Tablet in unserer Vorstellung sehr wohl interessant sein kann und zwar für viele die es heute vielleicht noch gar nicht erwarten, oder gar den Namen Apple noch nie gehört haben.
In der Vergangenheit hat Apple bereits mit dem iPhone gezeigt, dass die bis dorthin gesetzten Maßstäbe an Mobiltelefone (in erster Linie Ausstattungsmerkmale) nicht unbedingt relevant sind, wenn es um eine Kaufentscheidung geht. Bereits das erste iPhone konnte trotz deutlich schlechterer Ausstattung als die damaligen Marktführer (kein GPS, kein UMTS, etc.) einen signifikanten Marktanteil erreichen. Hauptverantwortlich dafür war zweifelsohne ein komplett überarbeitetes Bedienkonzept mit dem sich auch Anfänger schnell zurechtfinden. Später kamen weitere Hardwarefeatures und jede Menge Software über den AppStore hinzu. Insgesamt eine Erfolgsgeschichte, die den Mobilfunkmarkt komplett revolutioniert hat. Während vor 3 Jahren Internetsurfen auf dem Handy als eher exotisch und “für Freaks” galt, gehört es heute zur Selbstverständlichkeit und das hat sich sogar schon bei Menschen herumgesprochen, die nicht zu den Geeks des neuen Jahrtausends zählen.
Das ist ein Beispiel dafür wie viel Potential ein scheinbar ausgereifter Markt für Revolutionen bietet. Genau dieses Potential bietet sich auch im Bereich der Home-Computer. Der Computer wie wir ihn heute kennen ist ein ziemlich altes Konzept. Maus, Tastatur, fliegende Fenster auf dem Desktop… als das kennen wir bereits seit fast 20 Jahren und auch wenn sich die Software und die Hardware immer weiter entwickelt haben, so hat es das Grundkonzept doch nicht. In den letzten Jahren finden Computer zwar eine immer stärker werdende Verbreitung – auch in Haushalten bei Menschen die vor wenigen Jahren noch nicht im Traum daran gedacht hätten sich irgendwann im Internet zu “bewegen”.
Wer schon einmal versucht hat einem Menschen über 30, der bisher noch nichts mit Computern zu tun hatte, das Konzept PC nahezubringen, wird festgestellt haben wie schwierig es für einen Neuling ist das alles zu erfassen und mit dem Gesamtkonzept klar zu kommen. Und genau hier ist viel Platz für neues. Das bisherige Konzept wurde ursprünglich geschaffen um Text in irgend einer Form zu verarbeiten – der PC war vor 20 Jahren mehr oder weniger offiziell der Nachfolger der Schreibmaschine. Daraus weiterentwickelt dient er zwar mittlerweile für deutlich mehr, aber das Grundkonzept ist das gleiche: Monitor, Maus und Tastatur stehen im Arbeitszimmer oder vielleicht im Wohnzimmer in der Ecke. Was aber erwartet der durchschnittliche Casual-User heute von einem Computer? Welche Aufgaben muss so ein Gerät heute Abseits von Extremen in der breiten Masse erfüllen? Was wollen Mama und Papa denn wirklich wenn sie heute einen Computer bedienen?
Zweifelsohne sehen die Haupttätigkeiten nicht zuletzt durch das Internet komplett anders aus: Im Internet surfen, Mails lesen und schreiben, Fotos von der Digitalkamera herunterladen, sortieren und bearbeiten, usw. Dort liegt das Potential für ein Tablet, denn für diese Aufgaben will man vielleicht nicht unbedingt am Schreibtisch an der Ecke sitzen, sich mit den Alltagsproblemen eines Desktop-PC herumschlagen und man benötigt auch nicht unbedingt eine ausgewachsene Tastatur, sondern kommt auch mit einem virtuellen Pendant zurande.
Viel mehr aber noch wird der Tablet-Gedanke interessant, denkt man an die Möglichkeiten die es gepaart mit einer innovativen Oberfläche bieten kann: Die Bedienung könnte durch ein iPhone-ähnliches Konzept deutlich vereinfacht werden – die Einstiegshürde für Neulinge würde so schlagartig deutlich niedriger werden. Dafür braucht es neue Konzepte und folgt man der Gerüchteküche um das iSlate gibt es diese nicht zu knapp. Denkbar wären hier multimedial aufbereitete und über iTunes verteilte Magazine, Bücher oder interaktive Nachrichteninhalte. Das wäre die Chance schlechthin für Zeitungs- und Buchverlage.
Aber nicht nur das. So ein Tablet kann nicht nur dem gedruckten Papier Konkurrenz machen (für das vielleicht sogar ein dafür gemachter eBook-Reader in manchen Punkten überlegen wäre) sondern auch anderen Medien. Die Möglichkeiten sind Softwareseitig ja fast unendlich: Spiele, Filme und interaktive Rätsel (als Konkurrenz zum Rätselheft oder zur Fernsehzeitschrift) sind nur einige Beispiele.
Ein weiterer denkbar nutzen wäre der Einsatz als interaktive Lernbasis. Schulbücher in digitaler Form wären in unendlichem Ausmaß in nur einem wenige Millimeter dicken Gerät vorhanden und zudem durch interaktive Möglichkeiten deutlich innovativer und interessanter. Klar ist auch: für einen Masseneinsatz wäre das vermutlich derzeit nicht finanzierbar, aber jede Entwicklung muss auch erstmal einen Anfang nehmen.
Eines wird deutlich: Möglichkeiten gibt es genug. Der Markt für ein Tablet ist vorhanden und über den Erfolg wird sicherlich nicht die Hardware entscheiden. Die Software oder noch detaillierter: Die Benutzeroberfläche. Sie wird darüber entscheiden für wen das Tablet interessant sein wird.
Bleibt abzuwarten wann es auf den Markt kommt, wie es heissen wird und wie es genau aussehen wird. Wenn Apple es am 27. Januar vorstellt könnte der Verkaufsstart für das Frühjahr angekündigt werden – nach aktueller Gerüchtelage wäre auch ein USA-exklusiver Start möglich. Eines ist jetzt schon klar: Die Aufregung vor der offiziellen Bekanntgabe ist so hoch wie schon lange nicht mehr vor einer vergleichbaren Veröffentlichung eines neuen Stück Hardware.


Nicht zu vergessen: Seit Star Trek NG rennt die Crew mit Tablets rum. Und so ziemlich alles, was Gene Roddenberry sich ausgedacht hat für die Kommunikationstechnik ist heute bereits Realität
Ich denke auch, dass ein Tablet durchaus seinen Platz am Markt hat. Wenn man noch an Zubehör wie Docking Station und verschiedene Tastaturen für verschiedene Zwecke denkt, wird daraus ein ziemlich universal einsetzbares Terminal.
Die bisherigen Versuche anderer Hersteller, solche Tablets zu produzieren waren zum Scheitern verurteilt, da sie nur versucht haben, eine andere Hardware mit konventioneller Software zu betreiben (man denke nur an WinMobile). Apple wird hier sicher wieder weiter denken und – wie Du auch schreibst – ein integrales Konzept entwickelt haben.
Ich brauch so ein Teil erstmal sicher auch nicht. Aber es ist gut, dass es dann was (hoffentlich) gescheites gibt, wenn ichs mal brauche
Und was außer iTunes und dem Apple Logo ist an dem Ding jetzt besonders?
Warum nicht ein Android Tablet mit ARM CPU und Pixel Qi Screen?
Der Apple Kult und die vielen iPhoneOS Entwickler?
Inhalteverkauf über iTunes?
Ich will einen vorragenden eBook-Reader und das geht schon mal nicht mit Hintergrundbeleuchtung. Der Preis ist natürlich eigentlich das wichtigste. Ansonsten wird es ein Produkt die AppleTV oder das Air. Was für Oberhardcore RDF-Anhänger.
PS. Leute über 30 sind auch schon mit Computern groß geworden. Homecomputer gibt es seit Anfang der 80ern und PCs seit den 90ern.
Ganz klar, die Visionen der Hardwareentwickler nehmen nun eine brauchbare Gestalt an, wie wir sie schon – treffend bemerkt – aus Star Trek NG oder Demolition Man kennen.
Die Antwort auf die Frage nach der Notwendigkeit ist in dem Artikel angeschnitten worden. Die einfache Bedienbarkeit macht den Unterschied aus. Apple verfährt hier richtig nach dem Motto “weniger ist mehr”. Dieses Erfolgsrezept lässt sich auch auf andere Bereiche des Lebens übertragen, wie z.B. bei Fernsehgeräten, wo wir aus klobigen Kisten jetzt flachen Flundern gegenüber sitzen. In Bezug auf die Bedienbarkeit eines Mobile Computers bin ich mir sicher, wird Apple ihr Können erneut beweisen. Dabei stelle ich mir das Vorgehen so vor, dass man eine nette alte Dame in einen leeren Raum gesetzt hat und diese dann gebeten hat, sich auszumalen, wie sie einen Computer bedienen würde. Das klingt jetzt vielleicht etwas schräg, trifft aber m.E. den Kern. Leider kann man die Apple-Leute ja nicht fragen (und ich kenn einen, der da arbeitet), da sie die Lizenz zum Schweigen haben.
Mich kribbelts auf jeden Fall in den Fingern und ich bin gespannt auf das iSlate. Auch wenn das hier nach viralem Marketing klingt (keine Sorge, ist es nicht), gebe ich zu, dass ich mich trotz der genannten Verkaufspreise mit dem Gedanken anfreunde, mir so ein Teil zu kaufen. Ich war kurz davor, mir eins von den CLUV-Netbooks zu kaufen, aber jetzt warte ich doch erstmal gespannt auf den 27.Januar…
Ich habs schon ist voll genial das Teil obwohl hier in Deutschland nich nicht alle funktionen beereit stehen aber es lohnt sich zu kaufen