Hinter uns liegen Wochen des Hypes und der Spekulation. Das Medienecho war irgendetwas zwischen Utopie und Wahnsinn mit hauchdünn verlaufenden Grenzen, und die Berichterstattung war unglaublich schwer, weil das Netz vor Gerüchten fast herunterbrach.
Wer RSS-Feeds zum Thema iSlate abonniert hat, braucht ein ordentliches Pensum Zeit, um die täglich anfallenden Feeds auch nur querzulesen und zu sortieren – nicht verwunderlich, dass sicher auch ich mich in einigen Punkten auf die falsche Fährte habe leiten lassen. Aber in einigen Punkten bin ich mir inzwischen doch recht sicher.
Was ich mir von einem Apple Tablet, welchen Namen auch immer es tragen wird, erhoffen würde, ist eine Rundum-Funktionalität. Ich brauche weder einen reinen E-Reader für 1000 Euro, der eben ein paar bunte Bildchen anzeigen kann, noch ein weiteres reines Surfgerät. Die Chance, die vor Apple liegt, ist groß: durch ein gewaltiges Netzecho konnten sie aus vielen Gerüchten, Spekulationen und Mutmaßungen auch viele Wünsche und Bedürfnisse herauslesen. Und die zeugen von einer gewaltigen Erwartungshaltung: ein Allrounder wie ich ihn mir vorstelle wäre durchaus gefragt, ein Überall-Begleiter. Drahtloses Internet via 3G und WLan wären da ebenso Grundvoraussetzung wie ein entbündeltes Vermarktungsprinzip – ohne exklusive Vertriebsrechte bei irgendeinem Mobilfunkanbieter. BITTE, Apple, tut uns das nicht nochmal an.
Videos in HD-Qualität wären etwas Feines. Aber: ich würde auch gerne andere Videos als nur die aus dem iTunes-Store ansehen können. In Zeiten von Video on Demand, wo es in Deutschland mehrere Anbieter gibt, wäre das eine prima Sache. Okay, vermutlich wird es das nicht geben, aber: es geht um Wünsche. Wo wir schon dabei sind: OLED-Panels sind teuer, ich weiss. Aber sie sind vor allem energieeffizient und schonen den Akku. Und für nahezu grenzenlose Freiheit ist ein lange haltender Akku nunmal Grundvoraussetzung.
Und da wäre noch etwas: ich möchte Flexibilität, Mobilität – und Transparenz. Ich möchte sehen, an wen mein Tablet welche Daten schickt, und warum. Ich möchte entscheiden, ob der App-Seller meine Daten zu Marktforschungszwecken bekommt oder nicht. Und ich möchte das Ding auch produktiv nutzen können: zum Texten, zum Recherchieren, um die Faktura kurz auf den neuesten Stand zu bringen. Geht nicht? Gibt’s nicht. Zumindest nicht in einer nahen Zukunft. Ob die schon heute abend beginnt? Wohl kaum. Aber es könnte der Grundstein dafür gelegt werden.

