
Früher als gedacht – bereits wenige Minuten nach Veranstaltungsbeginn – hat Steve Jobs die große Neuheit verkündet: In wenigen Wochen wird Apple sein neues Tablet verkaufen und es wird iPad heissen. Nach den vielen Gerüchten der letzten Woche enthielt die Vorstellung des iPad nur wenige Überraschungen. Die Hardware entspricht ungefähr dem, was die meisten erwartet haben: 9,7″-LCD-Display mit kapazitivem Multitouch, sehr dünn, WLan, Bluetooth, UMTS (optional, nur für Daten). Im Grunde ist es in der Tat wie erwartet eine Art vergrößertes iPhone.
Den Unterschied – vor allem den zur Konkurrenz – macht wie schon erwartet die Software. Zum Einsatz kommt eine modifizierte Version des iPhone OS mit allen Vor- und Nachteilen. Auf der Seite der Nachteile fallen hier vor allem fehlendes Multitasking, also die Möglichkeit mehrere Programme gleichzeitig zu starten und das nicht vorhandene Flash auf.
Positiv ist natürlich die herrlich einfache Bedienung, die man bereits vom iPhone gewöhnt ist. Alle Standard-Apps die das iPhone mitbringt, gibt es auch beim iPad. Sie wurden alle überarbeitet um das größere Display vollständig auszunutzen. Auch alle im AppStore erhältlichen iPhone Apps werden ohne Modifikation auf dem iPad lauffähig sein. Eine spezielle Zoom-Funktion erlaubt es vorhandene iPhone-Apps 1:1 auf dem iPad zu nutzen. Außerdem erhalten iPhone-Entwickler bereits ab heute Zugriff auf ein SDK (Software Development Kit) mit speziellen iPad-Tools, das es ihnen ermöglicht ihre Anwendungen für das iPad anzupassen. Damit dürften wir zum Verkaufsstart des iPads (Ende März ohne UMTS, Ende April mit UMTS) schon einige Apps in einer iPad-Variante sehen.
Eine der wichtigsten Neuerungen, die mit dem iPad erscheint ist jedoch iBooks – ein Programm zur Verwaltung und zum Verkauf von eBooks. Damit greift Apple im direkten Kampf Amazon und andere Anbieter von eBooks und eBook-Readern an. Über iBooks wird es möglich sein jede Menge Bücher im ePub Format zu kaufen und zu nutzen. Ob und wie sich Bücher aus anderen Quellen dort einbinden lassen ist im Moment noch unklar – das wird sich erst herausstellen, wenn das iPad im Einsatz ist.
Eines steht jedoch fest: Apple hat erneut ein Gerät geschaffen, mit dem es einen neuen Markt beschreiben wird – einen den Konkurrenten bereits seit Jahren versuchen erfolgreich zu besetzen und hier bisher keinen Durchbruch geschafft haben. Weshalb? Weil ein Tablet wenig sinnvoll ist ohne die dazu passende Software. Ein Standardbetriebssystem wäre dafür alles andere als passend. Das iPhone OS ist dafür bestens geeignet.
Eine wirklich Überraschung gab es dann aber gestern doch noch: der Preis. Während Preise um die $1000 US Dollar erwartet wurden, blieb Apple hier überraschenderweise deutlich unter den Erwartungen. Von den 6 zur Verfügung stehenden Modellen wird das günstigste bereits für $499 Dollar zu haben sein. Dabei handelt es sich um die Variante mit 16 GB Flash-Speicher und ohne UMTS (nur WLan/Wifi). Die anderen Varianten kosten entsprechend mehr. Das Spitzenmodell mit 64 GB Flashspeicher und UMTS wird $899 US Dollar kosten. In Deutschland lässt sich das Einsteigermodell bereits bei Amazon für 499€ vorbestellen.
Als Erscheinungstermin hat Apple Ende März für die nicht-UMTS-Variante und Ende April für das 3G/UMTS-Modell angegeben. Genauere oder eigene Termine für Europa gibt es bisher nicht – damit bleibt nur abwarten.
Es muss nicht erwähnt werden, dass wir ein klein wenig enttäuscht sind. Der Name iSlate stand bis zuletzt hoch im Kurs und war nicht nur unser Favorit, weil wir diese Domain besitzen. Leider hat es nicht sollen sein und damit ist das Projekt iSlate News in dieser bisherigen Form auch am Ende angelangt. Ob und wie wir das Projekt unter anderem Namen fortführen werden ist noch nicht klar. Für den Moment verabschieden wir uns und danken für die Aufmerksamkeit, die uns in der kurzen Zeit zuteil geworden ist.

